Kunst ist ein Schlüssel

Beim Ökumenischen Kirchentag vom 12. bis 16. Mai hatte die Teilhabeinitiative für die Präsentation ihrer Anliegen einen idealen Partner: Das Würzburger Projekt artGERECHT gestaltete mit Kunstwerken wohnungsloser Menschen das gemeinsame Großzelt von Diakonie und Caritas aus.

 Ein wohnungsloser Künstler des Projekts artGERECHT sitzt im Freien an einem Werktisch mit vielen Materialien und genießt sein kreatives Tun.

Sechs der Künstler, die Wohnungslosigkeit über Jahre, teils Jahrzehnte am eigenen Leib erfahren hatten, waren in München dabei und kamen gern mit Besucher(inne)n ins Gespräch: Kunst erwies sich als idealer Türöffner für Begegnungen von Mensch zu Mensch - und das bei Witterungsverhältnissen, bei denen sich am liebsten jeder einigeln möchte.

 
Interessante Links

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Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage:

www.oekt.de

 
Zwei Beispiele aus Bayern  

Würzburger Projekt artGERECHT 

Gruppenfoto an Ausstellungseröffnung mit Oberbürgermeister Georg Rosenthal
Ausstellungseröffnung am 27.11.2009 im Würzburger Rathaus mit
Oberbürgermeister Georg Rosenthal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausstellungsraum im Rathaus
Rund 17 Männer und Frauen
präsentieren ihre Werke in der
Ausstellung im Foyer des Rathauses.
Mitmacher beim Bauwagen
Das Motto: „Komm und mach!“
Der Bauwagen als Sinnbild:
Ein Dach über dem Kopf haben, 
gleichzeitig mobil und beweglich sein.

 

Arbeiten vor dem Bauwagen
Jeder konnte im und am Bauwagen
seiner schöpferischen Ader freien Lauf lassen.
Ein Bildhauer im Sommer bei der Arbeit
Zwölf regionale Künstler aus
unterschiedlichen Kunstrichtungen
standen den wohnungslosen Kreativen bei der
Ausarbeitung ihrer Werke zur Seite.

 


Mitmacher sitzen im Herbst bei einer Mahlzeit gemeinsam vor dem Bauwagen beisammen.
Alle haben mitgeholfen, aus dem
alten Bauwagen ein gemütliches
kleines Atelier zu machen. Hier können 
Wohnungslose kreativ sein.

 


Mit Farbe und Schere in der Bahnhofsmission

Aktion „Jetzt sind wir am Zug. Mit Kunst und Kreativität gegen soziale Ausgrenzung“
Viele Menschen, die in den Bahnhofsmissionen Rat und Hilfe suchen, leben am Rande der Gesellschaft: ohne Arbeit und soziales Umfeld, manche ohne Wohnung, süchtig und krank. Viele ohne Hoffnung und Perspektive.
Mit Schere, Farbe und Kamera gaben sechs bayerische Bahnhofsmissionen ein Signal der Hoffnung: Sie schickten ihre Gäste auf eine spannende Entdeckungs-Reise. In ihrer Kreativaktion luden sie ihre Gäste ein, selbst etwas in die Hand zu nehmen, etwas zu (er)schaffen: Gemeinsam eine Collage fertigen, persönliche Lieblingsplätze auf Fotos festhalten, sich einen wunderbaren Stuhl und damit einen besonderen Platz im Leben gestalten.
Im Rahmen der Kunstaktion der Bahnhofsmissionen wurden viele Holzstühle farbig gestaltet.
In ihrem Tun machen die Gäste spannende Erfahrungen, entdecken verborgene Fähigkeiten und Talente wieder, spüren den eigenen Selbstwert und Lebensfreude, erleben Gemeinschaft. Für manche eröffnen sich sogar neue Perspektiven: Durch den Sucher der Kamera zum Beispiel erschließt sich die eigene Lebenswelt neu. 

An öffentlichen Aktionstagen vor Ort präsentierten die Gäste stolz ihre Ergebnisse aus den Kreativaktionen. Meist fand begleitend eine gemeinsame Mitmachaktion für alle Besucher des Aktionstages statt: prominente Persönlichkeiten aus der Stadt, Bürgerinnen und Bürgern und Gäste der Bahnhofsmissionen betätigten sich dabei gemeinsam kreativ – und kamen ins Gespräch. 

Stimmen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu den Kreativaktionen:
„Da hab ich mich mal wieder als Mensch gefühlt.“ 
„Ich bin echt stolz, dass ich das noch kann – trotz meiner Krankheit.“
„Der Workshop hat mir die Augen geöffnet. Ich sehe so viel in der Natur und habe ein neues Hobby entdeckt. Jetzt habe ich mir wieder eine Einweg-Kamera gekauft, weil ich so gerne fotografiere.“

„Ich mag gar nicht mehr aufhören. Das macht mir soviel Spaß. “

Weitere Infos zum Thema »Teilhabe von Menschen am Rande«